Donnerstag, 12. November 2015

Hakuna Matata

vor ein paar Wochen hat Mama mich mal gefragt "und was war bisher das Schönste, das Beeindrukenste, was du in Afrika erlebt hast?", darauf konnte ich ihr keine Antwort geben... Ich sagte ihr, es gab bisher nicht DAS Ereignis, das mich umgehauen hat und da warte ich auch nicht drauf, es sind die alltäglichen Kleinigkeiten, die Großes in mir bewirken!


Das Resultat zog ich auch aus dem Besuch der Preschool vor zwei Wochen. Wir hatten eine Woche Frei, also entschlossen Meret und ich uns dazu, die Zeit zu nutzen um in einige andere Projekte reinzuschnuppern. Die St. Martin de Porres Preschool, sollte ursprünglich mein Projekt hier in Afrika sein, aus finanziellen Gründen landete ich dann aber doch im Tetekela. Es war gerade Mittagspause als wir ankamen und wie auf Kommando stürmte ein Haufen Kinder kreischend auf uns zu, als sie uns sahen. Die Weißen anfassen, Händchenhalten, auf den Arm von der Weißen, die echten Haare anfassen (viele Afrikaner tragen eine Perücke), eine einfache Berührung war alles was diese Kinder wollten. Eine Lehrerin wollte uns die Schule zeigen... keine Chance mit jeweils zwanzig Kindern um uns herum, die nicht mehr loslassen wollten. Eine Dreiviertelstunde verbrachten wir dort, ohne groß zu reden oder ein Programm für die Kinder zu haben. Wir waren ihr Programm. Das Lächeln bekam ich von meinen Lippen gar nicht mehr herunter: Für einen Tag ein Star sein? Check!

Wir schauten uns die Woche noch ein Day Care Center für Kinder mit Behinderungen an, Sister Mary nahm uns mit auf eine der Tetekelafarms und wir bekamen endlich unsere Fahrräder. Am Wochenende machten wir uns dann auf den Weg nach Mpulungu, um Julia, eine von uns Freiwilligen, in ihrem Projekt zu besuchen. Mpulungu ist ein wunderschöner Ort. Wir kochten, spielten Karten, besuchten Julias Schule und genossen das Nachtleben mit einigen dort kennengelernten Amerikanern.

Dieses Wochenende ging es für mich und meinen geliebten Afrikabuddy Fredi in die Hauptstadt Lusaka. Nachdem wir uns dort zwei schöne Tage gemacht haben, den Luxus der Großstadt genossen, den traditionellen Sonntagsmarkt mit all seinen handgemachten Schnitzereien, Malereien und Nähereien besucht hatten, hieß es am Sonntag Nachmittag aufwiedersehen zusagen. Meine liebe Fredi macht sich zurück auf den Weg nach Deutschland und beglückt die Menschen dort mit ihrer fröhlichen, natürlichen, liebevollen Art. Auch ich machte mich auf den Weg zurück nach Hause, nach Kasama.

Am Montag haben wir dann erfahren, dass unsere Weihnachtsferien schon übernächste Woche starten sollen, da die Schwestern einige Farmarbeiten zu erledigen haben und die älteren Schüler dann mit ihren Examen durch sind. Unseren Plan bringt das ziemlich durcheinander, hätte ja nicht gedacht, dass ich mich über vorgezogene Ferien mal ärgere... immer diese übertrieben eifrigen Spießer Lehrer... zu denen ich natürlich nicht gehöre! Wir hatten schlicht und einfach die super lässige Idee mit unseren Kids am letzten Schultag eine krasse Weihnachtsparty zu starten. Die nächsten zwei Wochen ist also straffes Programm: Lieder singen, Gedichte einüben, Krippenspiel vorbereiten und Kekse backen! Ist ja nicht so als würde die Hitze, der fehlende Schnee, der fehlende Tannebaum und der fehlende Weihnachtsbraten das Weihnachtsfeeling eh schon nahezu unmöglich machen, nein jetzt wird auch noch einen Monat eher gefeiert!


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