Dienstag, 24. November 2015

It´s Christmas time!

Silent night, holy night am Morgen, Krippenspiel vor der Mittagspause und Klingglöckchen am Nachmittag, so rasten die Tage der letzten zwei Wochen nur so dahin. Am Freitag wurde noch schnell die Halle geschmückt, der Tannenbaum aufgestellt und Kekse gebacken: Die Weihnachtsfeier konnte kommen. 


Der Samstag morgen wurde mit einem Gottesdienst eingeleitet, dann konnten die Kids endlich ihre harte Arbeit der letzten zwei Wochen präsentieren. Lieder, Gedichte, Sketche und kleine Tanzeinlagen sorgten für Stimmung. Zur Feier des Tages gab es Reis, Chicken, Gemüse, Soße und..............Nshima für die Kinder. Die Teller wurden gefüllt bis zum geht nicht mehr und während wir uns fragten wer um alles in der Welt all das essen sollte, war es für die Kinder wahrscheinlich die einzige Mahlzeit am Tag, wenn nicht sogar für das ganze Wochenende und die Teller am Ende leer bis auf den letzten Bissen. Auch wir aßen heute mal nicht wie gewohnt im Konvent, sondern mit den Kindern. Messer und Gabel gab es natürlich nicht, also war auch für uns essen mit den Händen angesagt und von allen Seiten wurde geprüft wie doof wir uns dabei anstellen. Bevor es die von den Kindern gebackenen Kekse gab, mussten sie uns spielerisch noch helfen die Backzutaten wieder zu finden und schließlich wurde auch der Kuchen angeschnitten. Nach der Bescherung ging es dann nach Hause. "Was für eine Feier!" brachten wir zum Ausdruck, die Magen der Kinder und das Lächeln der Schwestern. 



Meret, Juli und ich entschlossen uns dazu den Abend mit ein paar Bierchen ausklingen zu lassen und freuten uns umso mehr, als die Schwestern uns mitteilten, dass wir Sonntag nicht die Kirche um sieben, sondern erst um zehn besuchen werden, da wir eingeladen sind. Am Sonntag waren wir also um neun Uhr abfahrbereit und freuten uns schon in anderthalb Stunden wieder ins Bett zu fallen, um fehlenden Schlaf nachzuholen, den wir am Vorabend durch Diskussionen über Religion, Politik und Liebe ersetzt hatten.....................Welcome in Zambia -> aus anderthalb wurden drei Stunden Gottesdienst auf Bemba, es stellte sich heraus, dass wir das Silber Jubiläum einer Schwester feierten, die seit 25 Jahren im Orden ist und natürlich wurde das bis in den frühen Abend zelebriert. Bühnenprogramm, kitschige Dekoration, fettes Essen und laute Musik charakterisierten die Feier. Auch einige der Schwestern schwungen nach einiger Zeit ihr Tanzbein und zogen uns mit auf die Tanzfläche. Was ein Glück, dass das Lied nach einer Minute schon wieder vorbei war. Als wir uns dann aber wieder saßen, sagte der Moderator etwas auf Bemba und alle schauten uns erwartungsvoll an. So naiv wie wir sind nickten wir natürlich nur und lachten. Das Lachen verging uns recht schnell wieder, als uns übersetzt wurde, dass alle Gäste uns zwei Weißen gerne noch einmal alleine auf der Tanzfläche sehen möchten auch NUR für fünf Minuten. Die Bezeichnung "Trampeltier" beschrieb uns in dem Moment vermutlich ziemlich gut, nachdem zuvor die talentierten Sambier ihre Hüften gekreist hatten. Ein Glück, dass wir Weiß sind und daher eh für jede Bewegung gefeiert werden! 


Am Montag kamen die Kinder morgens dann noch einmal zur Schule. Da auch die Halle der Schule am Sonntag für eine Feier vermietet wurde, mussten sie noch fegen, putzen und aufräumen bevor sie in die Ferien entlassen wurden... Warum da ernsthaft ein paar Kinder für gekommen sind? Nein definitiv nicht, weil die Kinder hier eine Leidenschaft fürs Putzen entwickelt haben oder immer alles machen, was man ihnen sagt... schlicht und einfach, weil ihnen hier ein Frühstück versprochen wurde. 


Heute besuchte ich gemeinsam mit Flora erneut das Mapalo Day Care Center. Beim letzten Besuch war ich etwas verwirrt, da es sich um ein Center für Kinder mit Behinderungen handeln soll, ich aber nur einen Jungen mit einem Wasserkopf gesichtet hatte. Nun stellte sich aber heraus, dass die Mütter mit den betroffenen Kindern immer Dienstag das Center aufsuchten. Es war ein unglaublich intensiver, emotionaler, gedankenreicher und schöner Morgen für mich: Es waren nur drei Mütter anwesend, da viele zur Zeit in den Wäldern sind, um die Raupensaison zum Geld verdienen auszunutzen und auf die Suche gehen (Ja Raupen sind hier ein Delikatesse und ja ich habe bereits eine probiert und nein ich würde nicht behaupten, dass es sich tatsächlich um eine Delikatesse handelt). Während die Lehrerin, Chanda, uns erzählte, dass Menschen mit Behinderung hier keinerlei Ansehen haben, die Väter ihre Frauen verlassen wegen des behinderten Kindes und sich eine Neue suchen, sagen das Kind sei eine Bestrafung, da die Frau ihn betrogen habe oder sogar das Kind umbringen wollen entwickelte ich ein unglaublichen Stolz auf diese Frauen. Sie verstecken ihre Kinder nicht, sondern kommen teilweise aus den 20 km weit entfernten Dörfern GELAUFEN, um ihren Kindern eine Perspektive und Hilfe anzubieten und meistern all das meistens ohne die unterstützende Hand eines Lebensgefährten. Mütter, die ihre Kinder lieben so wie sie sind! Es war zwar auch schockierend, dass die Mütter die Behinderung ihres Kindes teilweise nicht einmal benennen oder beschreiben konnten aber Chanda hat sich ans Herz gelegt genau darüber zu sprechen, dieses Thema nicht zu verdrängen oder zu verschweigen!
Seid heute habe ich dann auch einen Bemba Namen. Chanda hat mir den Namen Mwila Mapalo (Ausgesprochen: Muila) gegeben. Warum oder was er bedeutet weiß ich zwar noch nicht, aber ich glaube mit dem Namen kann ich mich anfreunden. 


Der Kleine soll sitzen lernen

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