Mittwoch, 16. Dezember 2015

Reisen Part 1- Zwei Blondies on Tour Aufregung pur!

Nachdem am Tag unserer Abreise natürlich kein Geldautomat in der ganzen Stadt funktionieren wollte entwickelten sich schon die wildesten Gedanken in unseren Köpfen, wie wir den Bus verpassen und sich unser Urlaub in Luft auflöst... letztendlich mussten wir noch eine Stunde auf ihn warten, denn wir hatten vergessen, dass es sich hier um die sambischen 14:00 Uhr handelte. Im Bus erreichten wir unseren Abholdienst nicht, der uns von dem kleinen fünf Häuser Dörfchen Kalonje in die Wildness zu unserer Lodge bringen sollte. Wieder treibten sich wilde Gedanken in unsere Köpfe, wie wir, samt Gepäck, im Gewitter von Haus zu Haus laufen und um eine Unterkunft betteln. Ja in solchen Situationen kommt dann doch mal ein Feeling von Weihnachten auf. Von uns war zwar keine Schwanger, einen Esel hatten wir auch nicht am Start aber immerhin die Herbergssuche erinnerte an Maria und Josef. Natürlich waren mal wieder alle Sorgen umsonst und der Fahrer wartete bereits auf uns und während wir versuchten nicht als zu abstrakte neue Gedanken aufzubauen, was dieser Mann alles mit uns machen könnte, so tief wie er in den Wald rein fuhr, realisierten wir, dass wir auch mal wieder null eingeplant hatten, dass es hier um sieben Uhr bereits stockdüster ist, es nirgends Licht gibt und wir so unser noch nie zuvor ausprobierte Zelt im Dunkeln aufbauen durfte.

"Nehmen wir einen Rucksack mit zum wandern?" erkundigte sich unser Stadtmädchen am nächsten Morgen, voller Eifer es mit der ersten Wandertour ihres Lebens aufzunehmen. Wir jungen Hüpfer können es ja noch machen, dachten wir uns, und bestiegen den höchsten Berg der Umgebung. Papa würde zwar vermutlich trotzdem sagen wir hätten ein Hügelchen bestiegen aber wir waren stolz und wurden mit einer unglaublichen, unendlichen Aussicht belohnt!


Am Nachmittag ließ die Hitze uns gar keine andere Wahl, als uns auf den Weg zu den nahe gelegenen Paradiespools zu machen. Auf dem Weg gab es noch zwei kurze Abstecher zu kleinen Wasserfällen, bis wir endlich unser Paradies erreichten.



Am nächsten Morgen sollte es weiter in Richtung Hauptstadt gehen. Bei unserem Glück verpassten wir natürlich den Bus. Wir widerstandsfähigen Frauen können es ja machen, dachten wir uns, und hielten den Daumen raus, bis nach kurzer Zeit ein LKW-Fahrer anhielt. Unsere Taschen wurden ganz provisorisch oben auf die mit plane abgedeckte Wahre geschmissen und uns wurde versichert, das weitere Befestigungsmaßnahmen nicht nötig sein. Gerade bei diesen Straßenverhältnissen, habe ich selten etwas Unglaubwürdigeres gehört aber Chef wird es wohl wissen, erhofften wir uns. Kuschelig saßen wir nun mit zwei weiteren Frauen und zwei Kindern auf einer Matratze hinterm Fahrer- und Beifahrerplatz. Bei jeder Polizeikontrolle, und das sind hier in Sambia ehlendig viele, mussten wir uns alle zusammen in die Ecken quetschen, um nicht gesehen zu werden. Nach neun Stunden eingeengt sein, kamen wir dann endlich in Lusaka an.


Als wir auf unserem Zeltplatz ankamen, natürlich mal wieder im Dunkeln, lief uns ein Zebra vors Taxi. "Nie im Leben baue ich hier mein Zelt auf, die Zebras rennen uns die Bude ein" sprachen wir wie aus einem Munde. Natürlich taten wir es letztendlich doch und am nächsten Morgen bemerkten wir, dass wir unser Zelt direkt neben dem Affengehege aufgebaut hatten und auf dem Weg zum Taxi liefen uns noch ein paar Giraffen, Antilopen und ein Esel über den Weg. That´s Africa realisierten wir.

Die Tage verbrachten wir damit einen Zoo zu besichtigen, der im Gegensatz zu unserem Zeltplatz eher unspektakulär war, aßen Krokodilfleisch auf einer Reptilienfarm und ließen uns dort eine Schlange um den Hals legen, besuchten den Sonnatgsmarkt mit all seinen handgemachten Schnitzereien, Nähereien und Malereien und genossen das Essen, dass zur Abwechselung mal nicht Nshima hieß.

Auf dem Rückweg bevorzugten wir dann wieder pünktlich zu sein und den Bus zu nehmen. Hier in Kasama genießen wir jetzt ein paar Tage der Erholung und Freitag Nacht geht es auf in Richtung Tansania, denn Weihnachten wird dieses Jahr in strahlender Sonne und mit Cocktail in der Hand am Malawisee und Silvester auf Sansibar gefeiert. Euch also allen schonmal frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch. Man hört sich im neuen Jahr!

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