Sonntag, 10. Juli 2016

Familie zu Besuch!

Mit vier Stunden Verspätung der Tazara, erreichte der hohe Besuch dann endlich Kasama. "Wir sind schon Tuk Tuk gefahren", "Die Avocados hier sind ja der Hammer","wir haben Stunden lang am Fenster gesessen und nur den Kindern zugewunken", "wir mussten in ein Loch pinkeln"... völlig aufgewühlt und angetan vom african way of life fielen sie mir in die Arme, das langersehnte Wiedersehen nach zehn Monaten.

In Kasama lernten sie dann mein Projekt kennen, die Nonnen, mein Zuhause und meine Freunde. Als ich sie mit ins Tetekela nahm, waren sie verantwortlich für die Kinderbelustigung. Meine Kinder begrüßten sie herzlich und als sie den Fangesang "Eja BVB" anstimmten, war meine Familie zu Tränen gerührt. Was Fußballgejodel doch auch emotional sein kann... Zum Entertainment hatten meine Brüder Seifenblasen mitgebracht. Nachdem dann ein wenig den Bläschen hinter her gelaufen wurde, die Jungs ihre Fußballkünste beweisen mussten und Sebastian bedrückt feststellte, dass die Kids Kopfstand viel besser konnten als er, machten wir uns wieder auf den Weg. Wir machten einen Ausflug zu den Chishimba falls und genossen die Naturschönheiten Sambias, gingen auf den Markt und holten uns eine Brise Muzungu-Schreie ab, probierten Zuckerrohr, shoppten Chitenge und aßen bei den Nonnen zu Abend, natürlich eine ordentliche Portion Nshima mit den Händen. Sebastian als Ältester durfte sogar das Hühnchen auseinander reißen, nur die Raupen, die waren leider schon aufgegessen, sodass meine Familie nicht mehr in den herrlichen Genuss kam, wie ich es mir so sehr gewünscht hatte.

 
 

Am Wochenende ging es dann weiter in die Hauptstadt. Die erste Busfahrt für meine Familie und direkt volles Programm: Ein Breakdown mit fünf Stunden Verspätung, viele Menschen auf engem Raum, Sitze wo gerade die halbe Pobacke drauf passt... naja muss man ja alles mal erlebt haben, berichteten sie später sehr tapfer. "Nuri Sahin" begrüßte Papa uns im Backpackers. "Mulli shani" antworteten wir, die ja nun schon etwas in Sambia verweilt waren und somit wussten, dass der Fußballspieler nicht nach einer Bemba-Begrüßung benannt ist. Er hatte die anderen Freiwilligen Meret, Max, Flora und Onno bereits kennengelernt, die zufällig im selben Zeitraum das Backpackers gebucht hatten und erzählte völlig aufgelöst, dass er schon ein Bier ohne Wasser getrunken habe. Man, was Afrika alles für neue Seiten und Vorlieben am Menschen entdecken lässt... "Ich habe im Flugzeug, wenn ich schnell genug war, immer direkt noch ein zweites Glas Wasser hinterher bekommen für lau" und "den Präsidenten habe ich auch schon gesehen, in einem dieser Autos auf dem Foto hat er gesessen", so erzählte auch Papa von seinen ersten aufregenden Momenten auf seiner Afrikareise.

"Heißer Safari" ging es dann weiter im Nationalpark. Eine Vielfalt an Tieren konnten wir beobachten und eine Augenweide an Natur, nur ein Kill blieb uns verborgen, was Christopher sehr bedauerte.

 

Unser letzter Stopp, der wunderbaren Familienreise, war Sansibar. Wie genossen das Türkisblaue Wasser, das Palmenpanorama und das Schlürfen der Kokosnüsse. Hakuna Matata, so ist das Motto der Insel und ganz getreu dem Motto verbrachten wir unsere letzten gemeinsamen Tage.

 

Es war unglaublich schön meine Familie hier zu haben, ihnen ein Stück meiner kleinen Welt hier zu zeigen, mit ihnen Neues auf diesem großen, faszinierenden Kontinent zu entdecken und zu sehen, wie sie sich in den ganz eigenen Lebensstil hier langsam einleben.

Nun bin ich seit einer Woche zurück im Projekt. Noch zweieinhalb Wochen stehen mir hier bevor, bevor meine Zeit in Kasama vorüber ist und ich mich auf eine Abschlussreise mit Marius nach Kenia begebe. Time flys. Zweieinhalb Wochen in denen ich mich noch voll und ganz auf das Leben hier und den Abschied zu all dem konzentrieren kann, bevor mein Jahr zuende geht.

 

 

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